Anton Ottmann (28.05.20) 

In der Sage von der Burg Rabenstein (Holokö), die in der Nähe der ungarischen Hauptstadt  Budapest zu finden ist, befreien tausende von Rabenvögeln eine von einem Gutsherrn in einer Festung festgehaltene Frau, indem sie die Steine abtragen und damit eine neue Burg auf der Spitze eines Felsens erbauen. Anna-Lena Schulz vom sozialpädagogischen Gymnasium der Louise-Otto-Peters-Schule stellte diese Szene eindrucksvoll in einem mit Wasserfarben und Tusche gemalten Bild dar: Gewaltige Rabenvögel umschwirren bei Vollmond einen Berg, auf dem gerade ein Gemäuer entsteht. Im Vordergrund setzt ein Vogel mit furchterregenden Krallen einen Stein auf seinen Platz, im Hintergrund überprüft ein anderer mit spitzem Schnabel, ob sein Werk gelungen ist.

Anna-Lena gewann mit diesem Bild beim Schülerwettbewerb „Die Deutschen und ihre Nachbarn im Osten“ einen ersten Preis, eine Studienfahrt nach Ungarn. Sie gehört mit zu den insgesamt 17 Gewinner ihres Kunstkurses. Der Wettbewerb wird seit 1970 jährlich durchgeführt, ausgeschrieben vom Innenministerium und dem Ministerium für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Das Thema ist entweder allgemein gefasst oder beschäftigt sich konkret mit einem osteuropäischen Land oder einer Region - im Schuljahr 2019/20 war dies Ungarn. Alle zwei Jahre, so auch in diesem Jahr, revanchieren sich die Schüler des Partnerlandes auf die gleiche Weise mit ihrer Sicht auf das Bundesland Baden-Württemberg. 

Der Wettbewerb wird jeweils in drei Sparten durchgeführt: Ein Wissensquiz, dann Projekte in „Schreiben und Gestalten“ und in „Künstlerischem Arbeiten“. In der ersten Sparte können sich Schüler einzeln, als Gruppe oder als ganze Klasse beteiligen, in der zweiten und dritten einzeln oder in Gruppen mit bis zu drei Schülern. Als erste Preise winken jeweils Studienreisen nach Ungarn, darüber hinaus Bücher und Sachpreise. Die Ergebnisse können vom Fachlehrer auch in die schulische Leistungsbewertung einbezogen werden. 

Zielsetzung des Wettbewerbs ist es, auf die jahrhundertealte Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa hinzuweisen, gemeinsame europäische Wurzeln zu entdecken, ein lebendiges und aktuelles Bild von Europa zu vermitteln, Vorurteile abzubauen und Brücken über Ländergrenze zu schlagen. In Ungarn überwiegen vor allem die historischen Anknüpfungspunkte, wie die „ungarisch-österreichische Donaumonarchie“, aus Süddeutschland ausgewanderte „Donauschwaben“ und vertriebene Ungarn nach dem 2. Weltkrieg oder Flüchtlinge nach dem Ungarnaufstand 1956, die in Baden-Württemberg eine neue Heimat fanden. Historisch unvergessen ist auch die Bedeutung Ungarns bei der Grenzöffnung 1989, die DDR-Bürgern die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland ermöglichte. 

In der Sparte „Künstlerisches Arbeiten“, für die sich vier Jungen und 13 Mädchen des Wahlfachs Kunst unter Leitung von Anouk Bourrat-Moll entschieden hatten, gab es vier Aufgaben zur Auswahl: Erstens die zeichnerische Darstellung der Sage von Burg Rabenstein, dann die Gestaltung eines beweglichen Objektes aus verschiedenen Formen und Farben („Kunst in Bewegung“), der Entwurf eines Wohnhauses nach den Grundsätzen des „Ungarischen Bauhauses“ und die Gestaltung eines Motivs für ein Buntglasfenster mit stilisierten Tieren und Pflanzen in Anlehnung an den Jugendstil. Außer zur Aufgabe „Entwurf eines Wohnhauses“ wurden zu allen Themen Arbeiten eingereicht. Eine Gruppe montierte beispielsweise dreieckige mobile Elemente und eine Kugel so auf einer Drehscheibe, dass der Schattenwurf bei jeder Drehbewegung unter künstlicher Ausleuchtung immer wieder eine andere Wirkung erzeugt.

Wie Bourrat-Moll der RNZ erläuterte, versucht sie immer wieder Wettbewerbe und öffentlich ausgeschriebene Projekte in ihre Kurse einzubauen. Sie möchte damit die Schüler anregen neue Techniken auszuprobieren und ihre Selbständigkeit und Fähigkeit zur Zusammenarbeit fördern. Die Kunstlehrerin unterstütze ihre Arbeiten, indem sie mit ihnen im Internet recherchiere, Kunstbücher zur Verfügung stelle und Videos über die Künstler und die jeweilige Epoche zeige. Vom Erfolg des Europawettbewerbs war sie ganz überwältigt, da alle Schüler Preise erhielten. Neben Anna-Lena Schulz haben Cheyenne Witte, Leonard Bartusch, Johan Beuther, Aleyna Sari, Mariam Badjie und Eliyas Carrasquillo eine Studienfahrt nach Ungarn gewonnen, Büchergutscheine und weitere Sachpreise gingen an Madeleine Knopf, Sophia Lorena Pischel, Binta Manneh, Marie Werstein, Lina Saladin, Pia Römer, Emma Niese, Johanna Sandritter, Hildenbrand Mailie und Henrik Dorobek. Leider wird sehr wahrscheinlich die vorgesehene öffentliche Preisverleihung und eine Begegnung der deutschen und ungarischen Landessieger wegen „Corona“ ausfallen.

 

 

 

 

Anton Ottmann (04.05.20)

 „Die Schüler sind sehr diszipliniert und halten sich an die Hygienemaßnahmen. Alle versuchen das Beste aus der Situation zu machen und sind sehr motiviert die Prüfungen gemeinsam zu meistern.“ So kommentierte der Schulleiter der Louise-Otto-Peters Schule Oliver Wetzel den Schulbeginn am Montag, den vierten Mai.

Wie an allen anderen beruflichen Schulen wurde auch hier mit den Prüfungsklassen gestartet, was organisatorisch weit komplizierter ist als an den allgemeinbildenden Schulen. Neben einer Abiturklasse gibt es hier Schüler, die in einem „Vorqualifizierungsjahr“ ihren Hauptschulabschluss nachholen oder verbessern und welche, die in einer zweijährigen Berufsfachschule die mittlere Reife absolvieren. Auch die Prüfungen zum Erzieher-Beruf, die zur „Fachpratikantin für Hauswirtschaft“ und die zum „Fachwirt für Organisation und Führung“ wird an dieser Schule abgelegt.

 Wie von der Schule zu erfahren war, werden zunächst zwei Wochen lang nur die prüfungsrelevanten Fächer unterrichtet. Dies geschieht jeweils in zwei Gruppen, sodass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Außerdem wurden die Schülerinnen und Schüler vor Beginn des Unterrichts über die Hygieneregeln aufgeklärt.

 Schüler, die zu Risikogruppen gehören, sind von der Präsenzpflicht befreit.  Gleiches gilt, wenn im Haushalt Personen (Eltern, Geschwister) leben, die einer Risikogruppe angehören. Volljährige SchülerInnen entscheiden in dem Fall selbst, ob sie zur Prüfungsvorbereitung an die Schule kommen oder weiterhin zuhause über das Internet beschult werden möchten. Entsprechendes gilt für schwangere Schülerinnen. Bei Minderjährigen mit relevanten Vorerkrankungen entscheiden die Erziehungsberechtigten über die Teilnahme am Unterricht.

 Eine kleine Umfrage unter Schülern hat ergeben, dass sie froh sind, „wieder in die Schule zu dürfen.“ Alle seien glücklich und es werde ganz viel gelacht. Aus Schülermund völlig ungewohnt ist zu hören, dass sie sich auch auf ihre Lehrer gefreut und diese als „besonders aufmerksam“ wahrgenommen hätten. Allerdings wird „alles als umständlicher, neu und komisch“ empfunden. Ungewohnt ist das Tragen von Gesichtsmasken innerhalb des Gebäudes und auch noch beim Austeilen von Arbeitsblättern, bevor sie dann während des Unterrichts abgelegt werden dürfen. Leichtes Erstaunen, dass tatsächlich alle angekündigten Hygienemaßnahmen auch schon perfekt vorbereitet seien. Die Schüler sitzen einzeln mit Abstand an größeren Tischen so im Raum verteilt, dass maximal 15 Schüler unterrichtet werden können, wird berichtet. In den Klassenzimmern seien Einmalseife und Einmalhandtücher in ausreichender Zahl vorhanden, und die Toiletten, die nur von zwei Schülerinnen gleichzeitig aufgesucht werden dürfen, sind mit Hinweisschildern versehen. Beeindruckt war man, dass dort sogar Desinfektionsmittel bereitstehen. Schwer fällt der Hofgang „zum Sauerstofftanken“, der nur in Zweiergruppen und unter Abstandswahrung erlaubt ist.

 Alle Klassen, für die in diesem Jahr keine Prüfungen vorgesehen sind, werden weiterhin zuhause über digitale Lernplattformen unterrichtet. Die betreuenden Lehrer halten mit ihren Gruppen Videokonferenzen ab, um in Kontakt zu bleiben und Hilfestellung bei der Bewältigung der gestellten Aufgaben zu leisten. 

 

Im ersten Halbjahr dieses Schuljahres startete die SMV Hockenheim eine beachtenswerte Aktion. Gemeinsam sammelten sie Pfandflaschen in den Klassen und boten Kuchen und Kaffee für die SchülerInnen in der großen Pause zum Verkauf an. Der Kuchenverkauf kam bei allen SchülerInnen und LehrerInnen sehr gut an und am Ende bekam die SMV einen stolzen Betrag von 400 Euro zusammen.

Zudem wurden Sachspenden gesammelt. Viele SchülerInnen brachten uns sehr gut erhaltene Kinderkleidung, Spiele und Bücher zum Sammelpunkt. Diese wurden von der SMV liebevoll verpackt.

Am Montag den 13.01.2020 war es dann soweit. Die SMV war zu Besuch in der Frauenberatungsstelle Heidelberg um die gesammelten Spenden an eine Mitarbeiterin des Frauenhauses zu übergeben. Die Adresse des Frauenhauses ist anonym, um den Frauen einen Schutz vor ihren gewalttätigen Ehemännern zu garantieren, deshalb trafen wir uns zur Spendenübergabe in der Frauenberatungsstelle.

Wir bekamen dabei viele interessante Informationen über das Frauenhaus in Heidelberg.

Das Frauenhaus bietet Frauen und deren Kindern eine sichere Unterkunft wenn Sie seelische, körperliche, soziale, ökonomische und/oder sexualisierte Gewalt erlebt haben. Es bietet Platz für 20 Personen und gliedert sich in einen Frauen- und einen Kinderbereich. Im Frauenbereich werden die Frauen von Sozialpädagogen unterstützt und begleitet z.B. bei der Bewältigung von Gewalterfahrungen, bei der Wohnungs- und Arbeitssuche und bei dem Kontakt zu Behörden und Ämtern. Im Kinderbereich werden die Mädchen und Jungen in pädagogischer Einzelarbeit unterstützt die Gewalterfahrungen verarbeiten zu können und es werden viele kindgerechte Gruppenangebote durchgeführt.

Die Geldspenden werden nun für Aktionen im Kinderbereich verwendet und die Sachspenden als Geschenke an die Kinder übergeben.

Wir freuen uns sehr, dass Frauenhaus Heidelberg unterstützen zu dürfen.

SMV Hockenheim